Workshop "Transregionale Kolonialvergangenheiten erforschen: Westfalen, das Rheinland und die Welt“

09.11.2023
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Am 9. November 2023 fand der Eröffnungsworkshop des Projektes „Kolonialgeschichte, Geschichtskultur und historisch-politische Bildung in Nordrhein-Westfalen“ am Historischen Institut der RWTH Aachen statt.

 

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW nahm die Veranstaltung verschiedene Facetten einer transregionalen Kolonialhistoriografie in den Blick. Prof. Stefanie Michels (Düsseldorf), Prof. Marianne Bechhaus-Gerst (Köln) und Dr. Fabian Fechner (Hagen) präsentierten Befunde und Forschungsdesiderate zur Kolonialvergangenheit Westfalens und des Rheinlands und plädierten unter anderem für eine Rezeption jüngerer Arbeiten aus afrikanischen und asiatischen Forschungsgemeinschaften. Der Beitrag von Prof. Rosemarijn Hoefte (Leiden) machte die Oral History als Ansatz stark, um post-koloniale Erinnerung einzufangen. Tom Kenis (Hasselt) und Dr. Mathilde Leduc-Grimaldi (Tervuren) gewährten Einblick in die museale Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe in den Niederlanden und Belgien und problematisierten dabei auch gegenwärtig öffentlich geführte Deutungskämpfe rund um die koloniale Vergangenheit. Die abschließende Podiumsdiskussion mit Prof. Benedikt Stuchtey (Marburg), Dr. Kokou Azamede (Lomé), Dr. Caroline Authaler (Bielefeld) und Dr. Sarah Rausch (Jena) sezierte die methodische Grundannahme der „Multiperspektivität“ in der Kolonialgeschichtsschreibung und thematisierte auch eine mögliche Vernetzung unter laufenden Aufarbeitungsprojekten verschiedener Bundesländer. Die angeregte Gesprächsatmosphäre und der sich noch lang in den Abend ziehende Austausch zeigten den ungebrochenen Forschungs- und Diskussionsbedarf zur Kolonialgeschichte „vor Ort“.

Einen ausführlichen Tagungsbericht finden Sie auf H-Soz-Kult.