Neubesetzung des bisherigen Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte

01.10.2020

Prof. Seefried Urheberrecht: RWTH Aachen University

 

Zum 1. Oktober 2020 ist der bisherige Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte neu besetzt worden.

Prof. Dr. Elke Seefried, bislang Zweite Stellvertretende Direktorin des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin und Professorin für Neueste Geschichte an der Universität Augsburg, hat den Lehrstuhl übernommen, der zugleich neu strukturiert wurde:  Gegenstandsbereich ist weiter die deutsche und europäische Geschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts in ihren globalen Bezügen, doch liegt ein besonderer Fokus auf der Verbindung politik-, wissens- und kulturgeschichtlicher Zugänge. Themenfelder sind die Geschichte internationaler Beziehungen, europäischer Integration und transnationaler Verflechtungen, die Geschichte der Demokratie und politischer Strömungen, von Wissens- und Technikkulturen bzw. Expertise sowie die Umweltgeschichte.


Elke Seefried, die auch ein Diplom der Betriebswirtschaftslehre (FH) inne hat, promovierte 2004 mit der Arbeit Reich und Stände. Ideen und Wirken des deutschen politischen Exils in Österreich 1933–1938 an der Universität Augsburg. Die Dissertation wurde 2010 mit dem Förderpreis des Österreichischen Staatspreises für Geschichte der Gesellschaftswissenschaften ausgezeichnet. Von 2004 bis 2007 bearbeitete sie für die Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus den Editionsband Theodor Heuss. In der Defensive. Briefe 1933–1945.


2007 bis 2012 war Seefried wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Augsburg. 2010 bis 2013 weilte sie als Stipendiatin an den Deutschen Historischen Instituten London und Paris und als Fellow am Historischen Kolleg in München. Sie habilitierte sich 2013 mit der Arbeit Zukünfte. Aufstieg und Krise der Zukunftsforschung 1945–1980 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Diese Arbeit wurde 2014 mit dem Carl-Erdmann-Preis des Deutschen Historikerverbandes und 2015 mit dem Max-Weber-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet. 2016/17 erhielt sie den Übersetzungspreis „Geisteswissenschaften International“ des Börsenvereins des deutschen Buchhandels.


2014 wurde Elke Seefried auf die neu eingerichtete Professur für Neueste Geschichte an der Universität Augsburg berufen, die mit der Position als Zweite Stellvertretende Direktorin des Instituts für Zeitgeschichte verbunden ist. Hier leitete sie das von der Leibniz-Gemeinschaft finanzierte Projekt „Geschichte der Nachhaltigkeit(en). Diskurse und Praktiken seit den 1970er Jahren“, an dem auch die Universität Augsburg und das Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung beteiligt sind. Ferner war sie Leiterin des Berliner Kollegs Kalter Krieg, welches das IfZ in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Humboldt-Universität organisiert. Darüber hinaus ist sie stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrats der Max-Weber-Stiftung, Mitherausgeberin des Jahrbuchs zur Liberalismusforschung und Mitglied im Beirat der Stiftung-Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung und im Kuratorium der Wolf-Erich-Kellner-Gedächtnisstiftung.


Auch am neu strukturierten Lehrstuhl für Geschichte der Neuzeit (19.-21. Jh.) mit ihren Wissens- und Technikkulturen wird Elke Seefried einen besonderen Fokus auf Projekte an der Schnittstelle von Politik- und Wissensgeschichte richten. Dazu gehört etwa die Forschungsgruppe „Kooperation und Konkurrenz in den Wissenschaften“, deren Fortsetzung die DFG soeben genehmigt hat. Insofern wird sich Elke Seefried auch in der Lehre intensiv in den Masterstudiengang „Geschichte als Wissenskultur“ einbringen. Zugleich wird die Professur in der Lehre das ganze Spektrum von Themen der Politik-, Wirtschafts-, Gesellschafts-, Wissens- und Umweltgeschichte seit dem frühen 19. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart abdecken. Elke Seefried freut sich auf den Austausch mit den Studierenden und den Kolleginnen und Kollegen am Historischen Institut, in der Philosophischen Fakultät und in anderen Fachbereichen der RWTH. Dies wird in Corona-Zeiten leider eingeschränkt, doch werden auch digitale Formate und (wenige) Präsenz-Sitzungen Kontakte und Vernetzungen ermöglichen.

Sie wünscht allen jedenfalls einen guten Einstieg in das Wintersemester 2020/21!

 



 

01.10.2020